Zuhause ankommen – Advent

                                                                                                                                                                                                   

Vor einigen Tagen stolperte ich über einen Artikel von Sr. Birgit Stollhoff mit dem Titel: „Zuhause ankommen – Advent“. Noch bevor sich meine Blicke auf den Text richteten, fühlte ich mich von den Worten der Überschrift angesprochen und tief berührt. Was war das? Nur so ein Gefühl? Was versteckte sich dahinter? Spontan suchte ich nach Orten, die mich Zuhause ankommen lassen und mir Heimat geben.

Ohne lange zu überlegen, wusste ich: „Zuhause ankommen“, das ist für mich zuerst, wenn ich nach einem arbeitsreichen Tag die Haustür öffne und im Dämmerlicht die Menschen entdecke, die mich liebhaben und die mir am Herzen liegen – mein Ehemann und meine Kinder. An diesem Ort haben auch Störungen und Unterbrechungen meines Lebens ihren Platz. Weiter sind es die bekannten Gerüche, Düfte und Abläufe, die mir helfen Zuhause anzukommen. Alles ist so vertraut. Hier fühle ich mich sicher. Dieser Ort schenkt mir Zeit, Ruhe und die Möglichkeit zur Begegnung. Meine Familie. Mein Zuhause – Meine Heimat.

Ebenso wichtig ist für mich der Ort, an dem ich geboren und getauft wurde. Die Erinnerung an die Menschen, die mich im Glauben begleitet haben und mit denen ich heute unterwegs sein darf. Mit ihnen erfahre ich immer wieder neu das Gefühl, Zuhause angekommen zu sein. Ich denke auch an die vielen Glaubensgespräche z. B. mit den Katecheten, die sehr intensiv und tiefgreifend sein können sowie an die Treffen mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern und wohltuenden Gespräche, in denen Wege der Zusammenführung entwickelt wurden. Eingebettet in diese unterschiedlichen Gemeinschaften spüre ich Gottes Nähe und seine Begleitung.  Mein Gott – Meine Heimat.

„Heimat“ schreibt die Lyrikerin Anke Maggauer-Kirsche, „ist der Duft unserer Erinnerungen.“ Denn neben den vielen vertrauten Beziehungen, Erlebnissen und Erinnerungen, können auch die Fest- und Feiertage für uns ein Stück Heimat sein. Dazu zählt vor allem die Eucharistiefeier, mit ihren festen Riten und Abläufen. Vor diesem Hintergrund ist auch der Advent ein Stück Heimat: Jedes Jahr um die gleiche Zeit kommt Gott in unserer Welt an. Hildegard von Bingen hat das so gesagt: „Gottes Sohn wurde Mensch, damit der Mensch Heimat habe in Gott.“ Deshalb lohnt es sich immer wieder, achtsam im Advent unterwegs zu sein und sich auf die Ankunft Gottes vorzubereiten: Jesus möchte in dieser Zeit bei mir – im Inneren eines jeden selbst ankommen und jedem Menschen helfen, bei sich selber anzukommen. Bei mir selbst Zuhause sein – Meine Heimat.

 

Bei sich selber zu Hause sein -

innere Räume durchschreiten,

um zum Ort der Ruhe zu gelangen,

wo ich sein darf

 

Bei sich selber zu Hause sein -

um offen zu werden für Begegnungen,

in denen die Verschiedenheit Platz hat,

weil ich in mir selber ruhen kann.

 

Bei sich selber zu Hause sein -

im Entfalten der Aufmerksamkeit

für das Wesentliche im Leben,

das Sinn stiftet und beglückt.

 

Bei sich selber zu Hause sein -

nicht mehr nur außerhalb suchen,

was sich in meinem tiefsten Seelengrunde ereignet:

Gottes Advent in mir

 

 

                                                                                                                                 Pierre Stutz


Ich würde mich freuen, wenn die Menschen, mit denen wir zusammenleben, sowie unser Glaube und unsere Gemeinde, dazu beitragen, dass jeder von uns Schritt für Schritt erfahren und sagen kann: "Ich bin Zuhause angekommen – Es ist Advent!"

Maria-Martina Fischer

Gemeindereferentin


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