Weltgebetstag der Frauen

Einen beeindruckenden Gottesdienst am Weltgebetstag der Frauen feierten die Frauen aus den Kirchengemeinden Großentaft mit Soisdorf und Treischfeld sowie aus Rasdorf mit Grüsselbach und Setzelbach in der Pfarrkirche in Großentaft. In traditionellen Kleidern der im Themenland Surinam lebenden Volksgruppen zogen Akteurinnen in die Kirche ein. Der Weltgebetstag werde jedes Jahr von christlichen Frauen in einem anderen Land vorbereitet und in mehr als 120 Ländern rund um den Globus insgesamt 24 Stunden lang gefeiert, sagte Christine Volkenand (Großentaft) in der Begrüßung. Das diesjährige Themenland Surinam sei das kleinste auf dem südamerikanischen Subkontinent und halb so groß wie Deutschland. Die 550.000 Einwohner seien ein ethnischer, kultureller und religiöser Schmelztiegel und würden sich selbst „Moksi“ (Mischmasch und gemeinsam) nennen. Über 90 % des Landes seien Regenwald mit 1.000 unterschiedlichen Baumarten. Entdeckt im 15. Jahrhundert sei es niederländische Besitzung gewesen, seien bis zu 60.000 Westafrikaner als Sklaven gekommen und mit der Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1863 von den Plantagenbesitzern Arbeiter aus China, Java und Indien angeworben worden. Bodenschätze seien Bauxit und Gold und heute kämpfte die Bevölkerung gegen die Zerstörung des Regenwaldes, Korruption und illegalen Rohstoffabbau. Die meisten Menschen seien verschuldet und die Inflation betrage 30 %. Viele seien so arm, dass sie von Verwandtschaft im Ausland unterstützt werden müssten. Der Weltgebetstag der Frauen, der im Jahre 1953 in der „Herrnhuter Brüdergemeine“ gegründet wurde, habe in diesem Jahr das Thema: “Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ Durch handeln und beten für die Bewahrung der Schöpfung solidarisiere man sich mit den Menschen.

Für die Volksgruppen und entsprechend gekleidet sprachen Alima (Pauline Gerhard, Großentaft), Muyinga (Sandra Wingenfeld, Setzelbach), Mei Ling (Petra Jost, Treischfeld), Carolina (Claudia Hahn, Großentaft), Willemien (Elfriede Henkel, Großentaft), Shanti (Carmen Höfer – Lang, Großentaft) und Kartini (Susanne Witzel, Großentaft) über ihre Geschichte und ihre Lebensbedingungen. Außerdem buchstabierten sie den Staatsnamen in positiven und negativen Begriffen. „S“ stand für Südamerika und Sextourismus, „U“ für Urwälder und Umweltzerstörung, „R“ für Reggae und Raubbau bei Gold und Bauxit, „I“ für indigene Völker und Illegal, „N“ für Naturwunder und Niedergang von Industrie und Wirtschaft, „A“ für Artenvielfalt und Armut sowie „M“ für Meeresschildkröten und Müll und Minen. Lesung und Gebete wurden von Marvin Wolff (Großentaft), Simone Jahn – Wille und Sabine Wiegand (beide Rasdorf) gesprochen. Den musikalischen Teil hatten Pauline Gerhard (Klarinette), Marvin Wolff (Saxophon), Elfriede Möller und Susanne Witzel (beide Gitarre) sowie Petra Jost (Trommel) und Claudia Hahn (Tambourin) übernommen.

Nach „Vater unser“ und Segen waren alle zu surinamischen Snacks, Tee und Gesprächen ins Haus Hessisches Kegelspiel eingeladen. Die Kollekte für Frauenprojekte betrug 300 Euro.


Text: Winfried Möller                                                                                                                                                                                                         Fotos: Winfried Möller