Traditioneller Flurritt an Christi Himmelfahrt in Grüsselbach

Bei strahlendem Sonnenschein starteten Reiterinnen und Reiter und zwei Planwagen mit Passagieren vom Dorfplatz „Unter den Linden“ in Grüsselbach zum traditionellen Flurritt. Auf Anregung von Günther Antonoff hatten die Pferdefreunde Grüsselbach das einst in Rasdorf bis zum Jahre 1765 gepflegte Brauchtum im Jahr 2006 wiederbelebt. Seitdem werde der Flurritt auf Christi Himmelfahrt jährlich durchgeführt, so die Vorsitzende Sabine Kaemling. Der Flurritt sei einst ein Höhepunkt des bäuerlichen Jahres gewesen. Der Priester Professor DDr. Ludwig Pralle, der aus Grüsselbach stammte, habe den Flurritt in der Festschrift 1200 Jahre Rasdorf als sakral – unheilabwendende Handlung beschrieben.  Man habe die Gemarkung beritten, um günstige Witterung gebetet und mit dem eucharistischen Brot den sakramentalen Segen erteilt. Die Flurprozessionen hätten dieses Brauchtum dann abgelöst. Während des diesjährigen vormittäglichen etwa einstündigen Trails hoch zu Ross ging es zu Gemarkungsgrenzpunkten, während die Planwagen Ziele wie den Bildstock im Burgholz oder den Waldhof und den Grenzweg anfuhren. Pfarrer Reiner Modenbach segnete am Mittag in einer kurzen Zeremonie die anwesenden Pferde und Hunde mit ihren Besitzern, zu denen sich auch zwei Reiterinnen aus Hünfeld gesellt hatten und bezog auch die Gäste mit ein. Neben den üblichen Speisen und Getränken, konnten sich die Besucher den für Christi Himmelfahrt typischen Flurgönder mit breiten Nudeln schmecken lassen. Vorsitzende Sabine Kaemling wies auf das im August stattfindenden Pferdefest mit Trailritt hin, der gleichzeitig das Finale der Kreismeisterschaft im Breitensport sein wird. Außerdem dankte sie den örtlichen Helferinnen und Helfern, ohne die der 30 Mitglieder umfassende Verein die Feste nicht stemmen könnte.


Text und Bild: Winfried Möller