Ein Jahr mit Gottes Segen

Viele Wünsche bestimmen diese Tage des Jahreswechsels. Das neue Jahr 2019 möge ein gutes Jahr werden, ein schönes, ein gesundes, ein erfolgreiches, bei vielen auch ein gesegnetes Jahr. Und so ist am Anfang des Jahres in der Lesung vom Neujahrstag aus dem Buch Numeri (Num 6,24-26), dem 4. Buch Mose, der aaronitische Segen zu hören.

„Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“

Wenn wir diese Formulierung betrachten, dann fällt die Dreigliedrigkeit auf. Und genaugenommen ist es sogar eine Steigerung.

„Der Herr segne dich und behüte dich.“ Dies ist zunächst eine Zusage an uns, ein Wunsch, der ausgesprochen wird, dass Gott uns von oben seinen Segen gewährt. Und dies geschieht dadurch, dass er uns begleitet und behütet, so wie ein Hirte sich um seine Schafe sorgt, sie führt und leitet und ihnen Sicherheit und Geborgenheit gibt. Das allein ist schon ein schönes Gefühl. Ich werde nicht alleine durch dieses Jahr gehen. Ich werde immer begleitet sein. Und selbst, wenn ich das Gefühl habe, dass ich von allen verlassen bin, ist er doch da.

„Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.“ Eine Formulierung, über die manch einer stolpert. Man neigt dazu zu sagen, „Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten.“ So wie die Sonne oder der Mond über uns leuchten. Aber etwas über mich leuchten zu lassen, das ist anders, das ist wie ein warmer Lichtregen, wie etwas Wohliges, was mich umgibt, also Glück und Liebe, Treue und Wertschätzung, was mich in diesem Jahr begleiten will, mehr noch, ummanteln will, über mich kommt, an mir haftet, um gut durch dieses Jahr zu kommen.

„Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“ Diese Aussage macht alles komplett und rund. Gottes Segen ist nicht nur Zusage von außen und oben. Und nicht nur umgeben will Gott uns Menschen. Nein, er schaut uns an, betrachtet uns, nimmt uns als Du wahr und ernst. Mit dem Anschauen begibt er sich auf eine Stufe mit uns, Auge in Auge. Das, was wir an Weihnachten gefeiert haben, bekommt hier seinen Ausdruck. Er ist einer von uns, geht mit auf allen Wegen. Dies kann uns Frieden verschaffen, Zu-frieden-heit.

„Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“

Mit diesem Segenswort wünsche ich Euch und Ihnen allen ein von Gott gesegnetes Jahr 2019.

Reiner Modenbach

Pfarrer in den Pfarrgemeinden Rasdorf und Großentaft