„Wer sucht, der findet!“

„Wer sucht, der findet!“

Dieses Sprichwort kennen wir. Zahlreiche Menschen machen immer wieder die Erfahrung, dass ein vermisster Gegenstand sich bei zielgerichteter und konzentrierter Suche wieder finden lässt. Wir werden dadurch also ermutigt, nicht vorschnell aufzugeben. Suche geschieht allerdings immer nur dann, wenn ich etwas verloren habe, also vermisse. Kann ich auch etwas finden, was ich bisher nicht gesucht habe? Wie sieht es mit der Freude über das so neu Gefundene bei mir aus? Manchmal habe ich bei der Begleitung von Menschen den Eindruck, sie wissen nicht, was sie suchen sollen. Das Verlorengegangene lässt sich also nicht konkret beschreiben, wie der Schlüsselbund oder der Geldbeutel.

Wenn wir uns zu Gottesdiensten in der Kirche treffen, dann könnte es passieren, dass wir etwas finden, das diesem bisher nicht Gesuchten gleicht. Ein Wort, das mich trägt, ein Gefühl, das mich bestätigt, ein Mensch der mir Gutes will. Im Alten Testament lesen wir: „Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist.“ (Jes 55,6) Warum sich also nicht einmal wieder ganz bewusst auf die Suche begeben nach dem, der mich letztlich alles finden lassen will, was ich im Leben brauche. Diese Suche ist kein Verlustgeschäft. Gott hält bereits Ausschau nach mir. Meinen Autoschlüssel interessiert es nicht, ob ich ihn finde. Gott dagegen schon. Also: „Wer sucht, der findet!“

Pfarrer Markus Blümel