Lichterfest in dieser dunklen Jahreszeit

Neben Weihnachten ist Maria Lichtmess – Darstellung des Herrn am 02. Februar das wichtigste Lichterfest in dieser dunklen Jahreszeit.

Was bedeutet das für unser Leben?

  • Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Es ist unmöglich, dass ein Mensch in die Sonne schaut, ohne dass sein Angesicht hell wird.

  • Mir ist ein Licht aufgegangen.

Dies sind nur ein paar der vielen Aussprüche, die sich mit diesem Thema befassen. Eine Aussage haben alle jedoch gemeinsam (sei es wörtlich gemeint oder im übertragenen Sinn):

Licht beeinflusst, Licht verändert unser Leben – im positiven oder manchmal auch negativen Sinn.

Licht kann

  • Pflanzen zum Wachsen bringen und uns dadurch indirekt Nahrung schenken

  • das Leben heller, wärmer, einfach schöner machen

  • die Umgebung erhellen und damit

  • den Weg oder zumindest die nächsten Schritte weisen,

  • Klarheit in unsere Entscheidungen bringen

  • die Dunkelheit vertreiben

  • kleinste Details, die schönen „Kleinigkeiten“ des Lebens sichtbar machen

  • oder auch schadhafte Stellen, Zerbrochenes, Flecken oder sonstigen Schmutz erkennen lassen

  • erhellen, was es in uns an Dunklem, an Verdrängtem gibt. Aber auch

  • das Gute in uns, das vielleicht verborgen ist, aufleuchten lassen und

  • ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern.

Es gibt die verschiedensten Lichtquellen; Solche, die nur eine kurze Leuchtdauer besitzen und andere, die scheinbar ewig ihr Licht verbreiten; Solche, die wir selbst zum Leuchten bringen können und andere, auf die wir keinerlei Einfluss haben.

Zu viel Licht oder zu helles Licht kann uns blenden, so dass wir unsere Umgebung, das Nächstliegende nicht mehr erkennen können. Es kann uns unangenehm sein z.B. wenn wir schlafen möchten. Es kann uns verbrennen, unsere Augen schädigen oder gar auf Dauer blind machen.

Zu wenig Licht hingegen kann z.B. unsere Laune trüben, uns krank machen, zu Depressionen führen. Und es kann sich sogar tödlich auswirken, wenn wir etwa in der Dunkelheit falsche Schritte setzen und dadurch in einen Abgrund stürzen.

Wie so oft im Leben geht es also auch hier um das richtige Maß, um den richtigen Umgang mit einem Wert – angepasst an die jeweils gegebene Situation und entsprechend den je eigenen Bedürfnissen.

Es bleibt für uns ja keineswegs ohne Auswirkung, wenn wir „Irrlichtern““ nachlaufen oder uns „Flackerlicht“ aussetzen, das uns die Wirklichkeit nur verzerrt aufzeigt. Oder ob wir uns an beständiges Licht halten, durch das wir klar sehen können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir uns gerade in dieser von der Natur wieder lichtzunehmenden Zeit nicht von Lichtquellen ablenken lassen, die uns bloß etwas vorgaukeln, sondern dass wir uns wieder verstärkt dem wahren Licht zuwenden – dem einzigen Licht, das unser Leben wirklich und auf Dauer zu erleuchten imstande ist.

 Pfr. Winfried Vogel – Pfarrer von Steinbach und Arzell