Feierlichkeiten zum 70. Todestag von Abtbischof Bonifaz Sauer

Abtbischof Bonifaz Sauer, OSB, ist der Dorfheilige in der Kegelspielgemeinde Eiterfeld-Ufhausen. Seit dem Jahre 2007 läuft für ihn und seine Mitbrüder und Mitschwestern der Seligsprechungsprozess.

Der Tod des Missionsbenediktiners der Abtei St. Ottilien vor 70 Jahren in Staatsgefängnis in Pjöngjang, Nordkorea, war Anlass für Gedenkfeiertag, die in der Bonifatiusgruft in Fulda begonnen hatten (Hünfelder Zeitung berichtete darüber). Die Kirchengemeinde St. Laurentius Ufhausen gedachte mit einer Wortgottesfeier mit anschließender Lichterprozession und einem Festgottesdienstes Abtbischof Bonifaz Sauer.

Auf Einladung von Dechant Markus Blümel war Abtprimas Dr. Notker Wolf, OSB, 79, zu den Gedenkfeiern gekommen. Er hatte die Wirkungsstätten seines Mitbruders in Korea selbst besucht. Dass der Oberufhäuser Sohn einer Bauernfamilie, Josef Sauer, so sein Geburtsname, in der Gemeinde verehrt wird, zeigte die ausgesprochen große Beteiligung der Bevölkerung. Viele kamen auch aus dem Umland bis nach Fulda hin. Dicht standen die Kerzen auf dem Prozessionsweg zum im Jahre 2011 errichteten „örtlichen Wahrzeichen und der Gebetsstätte um die Seligsprechung“, so Markus Blümel. Musikalisch begleitet wurde die Prozession von der Bläsergruppe St. Laurentius (Leitung Armin Wolf). Im Jahre 1970 war bereits die Straße „Am Gänsemarkt“ in „Abt-Sauer-Straße“ umbenannt wurde. Der ehemalige Ortspfarrer Klaus-Peter Jung hatte zudem im Jahre 1988 in der St. Laurentiuskirche eine Gedenktafel anbringen lassen.

Am Gedenkort stand das Elternhaus des Abtbischofs, das durch ein Neubau ersetzt wurde. In ihm lebt Franziska Hohmann, 87, die letzte lebende Nichte von Bonifaz Sauer. Sie kann sich noch lebhaft und mit einem Strahlen im Gesicht an ihren Onkel erinnern. Im Jahre 1938 hatte sie ihn bei seinem Besuch in der Heimat letztmalig gesehen. Die damals Fünfjährige durfte ihm ein Gedicht aufsagen, das die Kindergartenschwester Cordula mit ihr gelernt hatte. Nach der Lichterprozession trafen sich alle im Bürgerhaus Ufhausen. Hermann-Josef Hohmann und Ortsvorsteher Leonhard Hohmann richteten Gruß- und Dankesworte im Namen der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde an Abtprimas Notker Wolf. Dieser sprach in seinem Vortrag über die Missionstätigkeit der Benediktiner und Abtbischof Bonifaz Sauer. Das Krankenhaus, das dieser in Tokwon gebaut habe, stehe heute noch. Zudem habe er bei einem Besuch im Jahre 1985 in Korea und China noch Christen gefunden, zu denen seit dem Tod von Bonifaz Sauer im Jahre 1950 kein Kontakt mehr bestanden habe. Sie seien ein Beispiel von Glaubenstreue, die er in Deutschland ebenso vermisse, wie den missionarischen Elan. Dass die Seligsprechung der „Märtyrer von Korea“ so lange dauere, liege daran, dass die Römer halt schwer von Begriff seien, so Notker Wolf ironisch. Anschließend war das Gespräch und die persönliche Begegnung möglich. Außerdem konnte man sich an Hand einer umfassende Dokumentation, die Familie Hohmann erstellt hatte, über die Lebensgeschichte des bekannten Ufhäusers informieren. Den Festgottesdienst am Sonntag zelebrierte der Abtprimas gemeinsam mit den Pfarrern Bittner, Blümel, Breidbach, Jung, Kircher, Kostov (Mazedonien) und Pater Binesh (Indien). In seiner Predigt stellte er die Frage, wie Menschen erkennen könnten, was uns Glaube bedeute und ob wir Salz der Erde und Licht der Welt seien. Unser Tun müsse glaubwürdig, den Menschen respektvoll zugewandt und von Freude geprägt und ein Lobpreis des Vaters im Himmel sein, so der Abtprimas. Bonifaz Sauer habe in seiner Schwachheit sein Leben für Christus gegeben und damit die Einheit mit dem leidenden und für uns am Kreuz gestorbenen gefunden. So sei er für uns ein Beispiel, dass auch wir alles in die Hände Gottes legen könnten, weil wir über den Tod hinaus die Hoffnung auf das ewige Leben hätten. Hildegard Sondergeld und Martina Wolf überreichten dem Abtprimas ein Bild zur Erinnerung an Abtbischof Bonifaz Sauer. Musikalisch hatten die Soisbergchöre Im Takt (Dirigent Winfried Rohm), die Schola Ufhausen (Leitung Sonja Kimpel, Theresa Ritz) und Markus Richter (Orgel) den Festgottesdienst mitgestaltet.


Text:   Winfried Möller                                                                                                                                                                  Bilder: Winfried Möller