Geistlicher Impuls für den Monat April von P. Binesh V. Mangalan ALCP/OSS

Schwesterngemeinschaft in Sulthan Bathery beim „Veni Gebet“
Schwesterngemeinschaft in Sulthan Bathery beim „Veni Gebet“

Liebe Schwestern und Brüder im Pastoralverbund,

in diesen Tagen befinden wir uns in einer schwierigen Situation, in der wir dazu neigen, eine Frage zu stellen: Wie ist meine Auftrag in den kommenden Tagen?

Was ich auf diese Frage antworten könnte, ist "Hoffnung" zu verbreiten. Hoffnung, die die Grundlage des christlichen Lebens ist. Wir hoffen, dass wir, wenn der Herr von den Toten auferstanden ist, mit der Hilfe des auferstandenen Jesus aus all den schwierigen Situationen herauskommen werden.

Allerdings müssen wir alle zusammen mit unserer Hoffnung auf den Herrn auch zusätzlich besondere Sorgfalt walten lassen. Der beste Weg, wie wir alle in der Zeitung lesen, ist: „stay at home ", d.h. „Zuhause bleiben".

Ich möchte Ihnen einige der Entwicklungen in Indien erläutern, so wie wir mit dem Ausbruch des Corona-Virus umgehen.

Indien hat eine 21-tägige Abriegelung seiner 1,3 Milliarden Menschen angeordnet, um das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt vor dem sich weltweit ausbreitenden Coronavirus zu schützen.

Gesundheitsforscher haben davor gewarnt, dass bis Mitte Mai mehr als eine Million Menschen in Indien mit dem Coronavirus infiziert werden könnten, was die Regierung dazu veranlasste, alle Flug- und Bahnreisen, Unternehmen und Schulen zu schließen.

Premierminister Narendra Modi sagte, dass niemand in Indien in den nächsten drei Wochen seine Haus/Wohnung verlassen dürfe.

Nur wenige Minuten nach Modis Rede, in der er die größte Sperre der Welt ankündigte, wurden die Menschen gesehen, wie sie in die Geschäfte eilten, um Lebensmittel zu kaufen.

In Neu-Delhi rannten einige Menschen in ihren Pyjamas trotz heftigen Regens in Richtung der nahe gelegenen Geschäfte, um sich einzudecken, während sich in der Finanzhauptstadt Mumbai vor Apotheken und Supermärkten lange Schlangen von maskierten Menschen bildeten.

In Ghaziabad in Uttar Pradesh patrouillierte die Polizei auf den Straßen und forderte die Bewohner mit lauten Megaphonen auf, in ihren Häusern zu bleiben.

In den Lebensmittelgeschäften wurden lebenswichtige Waren, Medikamente usw. zur Verfügung gestellt.

Alle sozialen, politischen, sportlichen, unterhaltenden, akademischen, kulturellen und religiösen Versammlungen waren verboten.

Alle Transportdienste, einschließlich Luft-, Schienen- und Straßenverkehr, wurden ausgesetzt. Maximal 20 Personen durften an einer Beerdigung teilnehmen.

Personen, die in wesentlichen Diensten wie Krankenhäusern, Polizei und Medien arbeiten, seien von der Hausarrestordnung ausgenommen, so die Behörden weiter.

In Indien wurden am 27. März 724 Fälle des Coronavirus festgestellt, und 20 Menschen sind an der Covid-19-Krankheit gestorben. Die indische Bevölkerung ist noch dichter besiedelt als die chinesische.

Es ist also wirklich, wirklich wichtig, dass Indien weiterhin aggressive Maßnahmen auf der Ebene der öffentlichen Gesundheit und der Gesellschaft ergreift, um diese Krankheit einzudämmen, zu kontrollieren und zu unterdrücken.

In meiner Kindheit habe ich gelernt, dass wir in unserem Leben viele Höhen und Tiefen erleben werden. Heute kämpfen wir vielleicht noch um den Aufstieg, wo wir uns sehr anstrengen müssen, aber morgen können wir hoffen, dass wir vielleicht ein glückliches Leben ohne große Schwierigkeiten führen können.

Lasst uns an den Herrn glauben und den Heiligen Geist bitten, uns mit allen seinen Gaben zu bekräftigen.

Weil meine Ordensgemeinschaft „Opus spiritus sancti“ (d.h. „Werk des Heiligen Geistes“) heißt, suche ich immer die Vorsehung Gottes durch den Heiligen Geist.

Der Gründer meiner Kongregation, Pfarrer Bernhard Bendel aus Limburg, hatte die Vision, den Menschen bald nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen. In dieser schwierigen Situation gründete er im Jahr 1950 durch die Führung des Heiligen Geistes die Kongregation erstmal nur für Schwestern. Er schrieb in seiner Biographie, dass er in schwierigen Zeiten immer um die Vorsehung des Heiligen Geistes betete. So werden wir heute Heilig-Geist-Schwestern und Priester  genannt.

In dieser Zeit bildete er ein Gebet, um den Heiligen Geist anzurufen, und das nennt man das Veni-Gebet. Veni bedeutet aus dem Lateinischen „Komm!“  Dieses Gebet beten wir jeden Tag um 9 Uhr in unserern Gemeinschaften. Ich lade Sie alle ein, dieses Gebet jetzt mit zu beten, wenn wir gegen den Corona-Virus kämpfen. Möge Gott Sie segnen und die Vorsehung des Heiligen Geistes mit uns sein.

 

„ Veni-Gebet“

 

V: Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen der Gläubigen

A: Und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe

V: Sende deinen Geist aus, und sie werden erschaffen.

A: Und du wirst das Antlitz der Erde erneuern

Lasset uns beten: O Gott, du hast die Herzen der Gläubigen durch das Licht des Heiligen Geistes gelehrt, gewähre uns im gleichen Geist, immer wirklich weise zu sein und uns immer über seinen Trost zu freuen, durch Christus, unseren Herrn. Amen


P. Binesh V. Mangalan ALCP/OSS