Geistlicher Impuls für den Monat Dezember 2020

In einem Vorgarten in Fulda sah ich ihn, einen abgesägten Baumstumpf. Fast malerisch sah er aus, und doch abgeholzt. Wachstum zu Ende, fertig, das Holz für etwas anderes gebraucht, vielleicht für Möbel oder für Streichhölzer.

Wie abgesägt ist auch unser Leben manchmal, Hoffnungen enden, Enttäuschungen, keine Zukunft.

So stand auch der Baumstumpf dort im Vorgarten. Wenn da nicht noch etwas gewesen wäre: Ein kleiner Trieb an seiner Seite! Ganz am Rand treibt der Baum neu aus, aus einer kleinen Stelle zwischen Holz und Rinde.

Neues Leben, wo es kaum mehr zu erwarten war. Noch überschaubar klein, aber kraftvoll. Aus dem Baumstumpf wächst ein neuer Zweig empor.

Einen solchen Satz hören wir in der Adventszeit in einer Lesung aus dem alten Testament (Jes 11, 1): Aus dem Baumstumpf wächst ein Reis = Reisigzweig hervor. Ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.

Diese Bibelstelle haben die ersten Christen auf Jesus hin gedeutet. Er ist das neue Leben, aus dem für tot Gehaltenen. Und im verdichtenden Lied wird es auf Maria hin verstanden, die Jesus in die Welt bringt:

Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart. Sie hat ein Blümlein gebracht.

Neues unerwartetes Leben kommt uns durch Gott entgegen. Ob als Kind im Stall, ob im guten Wort Jesu, ob in der Botschaft von der Auferstehung, ob im Heiligen Geist, der jetzt mit uns unterwegs ist.

Zu Weihnachten und dem Neuen Jahr wünsche ich Ihnen Erfahrungen von neuer Hoffnung, von neuem Leben, kraftvolle Erfahrungen, wenn Gott ganz überraschend Sein Wort in Ihr Leben spricht.

 

Herzlichst

Pfr. Winfried Vogel