Bericht und Bilder von der Vorstellung der Kommunionkinder in Arzell

Am dritten Sonntag im Oktober stellten sich die Erstkommunionkinder aus den Pfarreien Arzell, Steinbach und Schenklengsfeld in einem Familiengottesdienst in der Pfarrkirche Franz Xaver, Arzell vor.

Hin - und hergerissen zwischen Aufregung und großer Vorfreude wurden die zehn Kinder von Pfarrer Winfried Vogel am Kirchenportal abgeholt und zogen zusammen in die gut besuchte Pfarrkirche ein. Gleichzeitig erfüllten die Stimmen des Chors „Viva Cantare“ den Kirchenraum mit ihrem Gesang: „Gott lädt uns ein“ und gaben dem gesamten Ablauf einen festlichen Charakter. Neben den wunderschönen Liedern und ansprechenden liturgischen Texten, gab es die Geschichte vom „Kleinen Raben Tao“. Neugierig und aufmerksam verfolgte man auf der Leinwand die einzelnen Szenen des Bilderbuches von Else Schwenk Anger. Die Botschaft des „Raben“ machte gleichsam Kinder und Erwachsene nachdenklich und war auf keinen Fall unbedeutend für die versammelte Gemeinde.

Hier eine kleine Leseprobe zu den Handlungen und ihrer Botschaft:

Der kleine Rabe TAO lebte zunächst glücklich und zufrieden, wie es kleine Raben ebenso zu tun pflegen.  Doch eines Tages geschah etwas Unvorhergesehenes: Ein großes, glänzendes Goldstück lag vor ihm, nahm ihn ganz gefangen. An nichts anderes konnte er denken, es ließ ihn nicht mehr los -sogar die zauberhafte Blume in seinem Schnabel ließ er fallen. Stattdessen schleppte er das Goldstück mit sich herum. Misstrauisch wollte er es an einem sicheren Ort verstecken. Und dabei musste er Federn lassen. Müde wurde er. Erschrocken stellte er fest, dass er mit einem Mal nicht mehr fliegen konnte, ja, dass er gar kein richtiger Vogel mehr war, dass er nicht mehr das hatte, was ihn zu einem Vogel machte. Er musste erfahren, dass er seine eigene Identität, seine Persönlichkeit verloren hatte.

Zum Glück fand die Geschichte des Raben ein gutes Ende:

Nachdem TAO bereit war, das Goldstück wieder abzugeben und endlich auch  nicht mehr daran dachte, fand er nach und nach das Schöne in seinem Leben wieder: die Ruhe und Stille, den Duft und die Schönheit der Natur, den Geschmack am Leben und die Freundschaft zu den Menschen. Am Ende konnte er sogar wieder LIEBEN! 

Wahrscheinlich ging es uns allen schon einmal wie dem kleinen Raben. Wie leicht könnte es auch uns passieren, dass wir uns von diesen irdischen „Begierden“ blenden lassen, sodass der Mensch nicht mehr er selbst ist. Dabei müsste es nicht immer Gold sein. Nicht immer Luxus. Nein, es gibt auch andere Reichtümer, die plötzlich vor uns liegen könnten: Bewunderung, Anerkennung, Bestätigung, ein Ereignis, das mich stolz macht oder scheinbar glücklich…

Vielleicht erinnern wir uns dann an den kleinen Raben TAO und seine Geschichte. So könnten diese irdischen Verwirrungen und Hindernisse dann auch für uns zur Chance werden: Wesentliches vom Unwesentlichen zu unterscheiden, um so wieder zu uns selbst, den Mitmenschen und am Ende zu Gott zu finden.

Das Goldstück in unserem Leben sollte sich aber immer an Jesus Christus und seiner Botschaft orientieren. Wer seinem Ruf folgt und sich von ihm ansprechen lässt, wird mit Sicherheit wieder auf den rechten Weg zurückkommen und die rechte Orientierung finden.

Zum Abschluss ein wirklich großes Lob und herzliches Dankeschön an Herrn Thorsten Pirkl für die Mitarbeit, Organisation und Liedauswahl.


         Text: Maria-Martina Fischer                                                                                                                                                                                        Bilder: