Stoff zum Nachdenken zum Jahreswechsel
Einen reichhaltigen Rückblick und auch viel Stoff zum Nachdenken hat am frühen Silvesterabend der ökumenische Jahresabschlussgottesdienst in Eiterfeld den versammelten Christen angeboten. In der gut gefüllten Kreuzkirche trugen der evangelische Pfarrer Karl Gruber und die katholische Gemeindereferentin Maria-Martina Fischer gemeinsam zusammen, welche zentralen Ereignisse das scheidende Jahr bestimmt haben. Für die evangelische Gemeinde in Eiterfeld stand auf lokaler Ebene vieles im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums ihrer Kirche, das mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert worden war. Der katholische Pastoralverbund hat mit Markus Günther einen neuen leitenden Pfarrer sowie Andreas Matthäi und Dr. Aloysius Ndiukwu als mitarbeitende Priester willkommen geheißen und die Priesterweihe von Kaplan Marcel Krawietz fröhlich mitgefeiert. Aber auch sehr persönliche Themen kamen zur Sprache, so zum Beispiel die Krebserkrankung von Pfarrer Gruber, der sich selbst, so erzählte er, das Feiern des Jahresabschlusses in seiner Kirche als Ziel gesetzt hatte. „Siehe, ich mache alles neu!“ – dieser zentrale Satz aus der Offenbarung des Johannes stand als Jahreslosung 2026 im Mittelpunkt der Dialogpredigt. Dieses Wort „Neu“ sei gleichzeitig ermutigend und herausfordernd, denn es beinhalte sowohl das hoffnungsvolle Neu-Anfangen wie das schwierigere Loslassen, konstatierte Gemeindereferentin Maria-Martina Fischer. Sie stellte sich und allen Anwesenden gleich zu Beginn die Frage: „Will ich das wirklich?“ Und Pfarrer Gruber knüpfte mit weiteren Fragen an, die zur Selbstreflexion anregen sollten: „Will ich mich von alten Gewohnheiten lösen?“ oder auch „Will ich meinen Reichtum gegen Armut tauschen?“. Anhand konkreter, authentischer Erfahrungen aus dem eigenen Leben – ernste Erkrankungen oder der unerwartete Tod eines nahen Angehörigen – und im Blick auf eine von Kriegen und Unsicherheit gekennzeichneten Weltlage zeigten die beiden Konzelebranten auf, dass Christen sich trotz ständiger Umwälzungen auf etwas verlassen können. Gottes Verheißung, die mit dem Kind in der Krippe Mensch wurde, eröffnet eine mutmachende Perspektive, aus der heraus sich der Einzelne für Veränderungen zum Guten einsetzen kann.
Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Chor des Gesangvereins Cäcilia Eiterfeld unter der Leitung von Steffi Weber-Huff stimmungsvoll mitgestaltet. Die Sängerinnen und Sänger intonierten unter anderem mit dem Lied „Gott mag segnen, Gott mag schützen“ gute Wünsche für den Jahreswechsel.
Text und Bilder: Lydia Hohmann