Informationen zur Kirche

Diese barocke Kirche wurde im Jahr 1746 erbaut; damit ist sie nach den Kirchen in Buchenau [evangelisch, 1573], Soisdorf [1723; ältere Bauteile vorhanden], Eiterfeld [1731/1740] und Großentaft [1740] die fünft älteste Kirche in der Großgemeinde Eiterfeld. (Sturm)

 

Sie ist ein schlichter Saalbau mit verschmälerter Apsis im Osten und trägt auf dem First einen achtseitigen Dachreiter mit geschlossener Laterne und Schweifkuppel. (Dehio)

 

Kirche Körnbach 2012

Kirche in 2012

Eine Kapelle hat vorher lange bestanden und war regional schon bedeutend, denn Körnbach ist vermutlich eine Stätte alter Kreuzverehrung, und nach dem Zeugnis ‚alter bedächtiger Männer’ seien vor der Reformation [nach 1526] Prozessionen von Rothenkirchen und Neukirchen im Haunetal hierher gewallt. (Sturm)

 

Bei einer Visitation in den Dörfern der Pfarrei Eiterfeld wird 1656 aber festgestellt, dass die Kapelle in Körnbach zerstört ist: „fuerunt etiam sacella in Körnbach et Dytelffrodt vastata una cum pagis“. [ „Auch die kleinen Kapellen in Körnbach und Dittlofrod waren zusammen mit den Dörfern zerstört worden.“] (übersetzt von Thomas Budde)

 

Die Visitatoren von 1764 erinnern an die alten Oratorien [Kirche, Andachtsraum] und heben insbesondere das Oratorium in Körnbach hervor: nur ein Stück Mauer und ein Rest von einem Altarstein seien von der alten Kapelle übriggeblieben. (Heller)

 

Dass in der Zeit zwischen 1656 und 1746 eine Kapelle in Körnbach stand, geht aus kirchlichen Unterlagen eindeutig hervor:

Am 8. 2. 1700 erhält nämlich der Craft Breuning zu Cörnbach Ambbt Fürsteneck von der Kapelle Körnbach 40 rheinische Gulden als Darlehen.

Das sind umgerechnet 26 Reichstaler, davon konnte eine mehrköpfige Familie zu dieser Zeit in Köln ungefähr ein halbes Jahr lang gut leben.

Die Kapelle vergibt öfters Darlehen, diese sind bis 1843 belegt, Rückzahlungen zogen sich bis 1931 hin.

 

1771 erhält man die Mitteilung zum Lesen einer heiligen Messe zum Fest des Gedächtnisses der Schmerzen Marias in Körnbach. Dieses Fest soll aber damals nicht mehr hier, sondern nur noch in Eiterfeld gelesen werden, darf dann aber auf ausdrückliche Erlaubnis weiterhin in der „Capell zu Cörmbach ... celebriert“ werden.

 

1859 bietet der Pfarrer Faber aus Buttlar dem Landdechanten Grauel aus Eiterfeld drei entbehrlich gewordene Statuen aus der Pfarrkirche in Buttlar für die Kapelle in Körnbach an.

Diesen Ankauf genehmigt das bischöfliche Domkapitel zu Fulda am 26. 9. 1859, besteht jedoch darauf, dass der Kaufpreis von 24 Fl. [Gulden] durch freiwillige Beiträge aufzubringen ist.

 

Ein bedeutendes Ereignis für die Kreuzkapelle ist im Jahr 1871 die Anbringung eines „ziemlich schönen Kreuzweges“, der 1969 abgehängt und 2012 wieder angebracht wird. Allerdings waren einige Originale verschollen, sie wurden nach Fotos neu nachgemalt.

 

Im 1. Weltkrieg wird eine Glocke abgehängt und zu Kanonen umgegossen:

 

„Am 25. Juni 1917 wurde in unserer Kapelle die kleine Glocke abgehängt. Sie wog 83 Pfund [41,5 kg] und hatte folgende Inschrift:

 

„ ‚Ehre sei Gott in der Höhe.’

Als Johannes Bott Bürgermeister war, wurde ich für Körnbach gegossen

durch Jakob Bittorfs Kunst zu Seeligenthal bin ich geflossen

Anno 1836“

 

Sieben Jahre später wird eine neue, 75 kg schwere Glocke angeschafft:

„Am 1. August 1924, nach dem Herz Jesu Amte, wurde die Weihe [der neuen Glocke] vollzogen. Da die Kapelle dem hl. Kreuze gewidmet ist, wurde auch die Glocke als Kreuzglocke bezeichnet. Sie zeigt uns den Heiland am Kreuze und darunter die Worte:

‚Heiliges Kreuz, sei uns gegrüßt!

Du unsere einzige Hoffnung bist.’

 

1926 verlängert die Gemeinde Körnbach die Kirche um eine Fensterachse, weil die Kirche „mit ihrem jetzigen Fassungsraum für die Gem[einde]. nicht mehr ausreichend ist“. Der Umbau erfolgt unter Verwendung der alten Eingangstür und der alten Fenster.

 

Nach einem Entwurf des Kunstmalers Wirth [1] aus Vacha wird die Kapelle durch die Firma H. Klee und Wirth, Dekorations- und Kirchenmalerei, Leimbach, 1936 neu ausgemalt. „Der schöne Kirchenraum erhielt ein freundliches, helles Gewand. Das Deckengemälde stellt in frohen Tönen die Auffindung des Kreuzes durch die heilige Helena dar. Auch erhielt die Kirche ein Kriegerdenkmal in Form einer Gedenktafel mit dem Bilde des hl. Erzengels Michael.“

(aus der Schulchronik)



[1] Hermann Wirth hat u.a. auch Bilder und Kreuzwege in den Kirchen in Arzell, Betzenrod, Leimbach, Soisdorf und Treischfeld gemalt.

Altar und Apsis [nach 1936]

Kreuzauffindung [nach 1936]

1942 werden die Glocken erneut zu Kriegszwecken abgegeben, doch schon 1950 werden wieder zwei Glocken angeschafft.

 

„Am 17. Januar 1951 wurden auch in Körnbach d.d. Hw. Herrn Pfarren Decher, Eiterfeld, 2 neue Glocken geweiht: eine Kreuzglocke und eine Marienglocke.“

 

Die Glocken tragen die Inschriften:

 

Große Glocke      

O hl. Kreuz, sei uns gegrüsst,

Du unsre einz’ge Hoffnung bist.

Hl. Jahr 1950

Kleine Glocke

Maria, Himmelskönigin

Bitte für uns!

Hl. Jahr 1950

Glockenweihe 1951

Danach wird die Kirche mehrmals renoviert, der Straßenbau in den 60er Jahren verändert das äußere Erscheinungsbild des Kirchengeländes: Die Treppenstufen zur Kirche vom Unterdorf her werden entfernt, ebenso die drei Linden zwischen Straße und Kirche, das Grundstück ist wegen des Straßenbaues zwischen Straße und Kirche verkleinert.

 

Kirche vor 1969

 

Eine gründliche Renovierung findet 1969 statt: eine neue Innenausmalung erfolgt; vom barocken Altar bleibt allerdings nur die holzgeschnitzte Kreuzigungsgruppe – Kruzifix und die Assistenzfiguren hl. Maria und hl. Johannes – übrig. (Sturm; Dehio)

Die Glocken werden von da an elektrisch betätigt.

 

 

Der Kirchturm erhält 1979 ein Kupferblechdach; eine erneute gründliche Innenrenovierung erfolgt 1988.

1994 wird mit großer Kostenbeteiligung der Körnbacher Gläubigen die Sakristei abgerissen und für die Heizungsanlage unterkellert  und wieder aufgebaut.

 

Eine weitere Innenrenovierung [neue Anstriche] erfolgt 2012.

Das vorhandene Harmonium wird 2010 durch eine [gebrauchte] Orgel ersetzt.

 

Da Körnbach kirchlich seit Jahrhunderten bis 1967 von Eiterfeld aus mitversorgt wurde, sind die Eiterfelder Pfarrer und Kapläne für die Filialgemeinde Körnbach zuständig gewesen,

viele erinnern sich noch an die Pfarrer

- Richard Haas [1964 - 1976]

- Josef Decher  [1947 - 1964].

 

1967 wird die Pfarrkuratie Arzell mit dem Dörfern Arzell, Dittlofrod, Körnbach und Buchenau errichtet; die Pfarrer sind

- Emil Schäfer                      [1966 - 1981],

- Ernst Schmedding           [1982 - 1996],

- Przemyslaw Kowalewski [1996 - 2008]

Seit dem 1. August 2008 gehört die Pfarrkuratie zum Pastoralverbund Hessisches Kegelspiel zu den Heiligen 14 Nothelfern im Dekanat Hünfeld-Geisa mit Sitz in Eiterfeld,

Pfarrer ist nun

- Winfried Vogel     [ab 2010].

 

Kirche 2012

Kreuzweg – Station 9: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz und

Station 10: Jesus wird seiner Kleider beraubt.

Die Kirche zwischen den großen Höfen

[Herausgeber: Pfarrgemeinderat Arzell;

Angaben aus:

Chronik der Schule Körnbach, nach 1914

Festschrift - 250 Jahre Kirchweihe St. Georg Eiterfeld, 1990

Heller, Aus den Pfarreien des Fürstbistums Fulda, 3. Heft

Sturm, Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes,1971

Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I

Postkarte mit Kirchen der Eiterfelder kath. Kirchengemeinde, vor 1967

Bilder: privat]